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Russland

Übernahme der Stellungen bei Rshew


Landschaft bei Subzow und Rshew. Fotograf: Kastey. Quelle: www.de.wikipedia.org/ wiki/Subzow

   
     

 

12. Oktober 1942
„Der Gegner macht Druck“, hatte der Vorgänger Clemens in der Nacht erklärt.
"Wie äußert sich das?", überlegte Clemens.
Er saß gebückt im frühen Morgenlicht im Graben auf einem Holzklotz.
Der Graben war nicht tief ausgeschachtet, so dass man nur in Kauerstellung durch den Graben schleichen konnte. Das herbstliche Grundwasser sickerte allmählich durch den Boden und sammelte sich in Pfützen.
„Wir werden in der Nacht das Wasser rausschippen und Äste ausbreiten“, plante er. "Jetzt erst mal die Lage checken."
Blitzschnell wie ein Erdmännchen richtete er sich auf, um einen Blick zum Gegner zu werfen. Sofort ducken und schnell Position wechseln.
An anderer Stelle ebenfalls ein Blitzspähen.
Aha.
Vor seinem Graben ergoss sich eine Lichtung. Nach etwa 50 Metern setzte wieder der Birkenwald ein. Der russische Graben lag also auf der anderen Seite der Lichtung, denn er hatte etwas von einem Erdbunker erkennen können.
Wie viele Männer saßen seinem Team gegenüber?
Keine Ahnung.
Seine Gruppe bestand nur noch aus sechs Männern. Als er im April an die Front gekommen war, zählte jede Gruppe noch zehn Mann.
Clemens schlich gebeugt durch den Graben und bog in einen Seitenarm ein, der nach hinten wegführte. Nach vielleicht 20 Metern endete der Kanal in einem Erdbunker.
Er war in seiner Höhe der Landschaft angepasst. Tarnung war alles.
In dem Loch, das vielleicht 1,30 Meter hoch war, schlief die Mannschaft auf Ästen, abgedeckt mit Zeltplanen. Ihre Gewehre und Maschinenpistolen lagen scharf geladen in Griffnähe.
„Albrecht, Ablösung.“
Clemens tippte dem Mann auf die Schulter. Mittlerweile hatte jeder eine innere Uhr entwickelt und wusste im Schlaf, wann sein Dienst als Posten begann. Kommentarlos schlich Albrecht nach vorne.
Clemens rollte sich in Eingangsnähe auf der Plane aus. Seine Maschinenpistole lag auf Zeitungspapier, um keine Feuchtigkeit aufzunehmen, die bei Frost gefror und den Abzug blockierte. Trotz Müdigkeit wollte der Schlaf nicht Fuß fassen, denn der Instinkt hielt die Antennen ausgefahren. Jedes kleine Geräusch ließ den Soldaten hochfahren. Die Furcht, im Schlaf erschlagen zu werden, sitzt evolutionsgeschichtlich in unserer DNA.

Die Tage schlichen dahin.
Es war langweilig im Graben, ermüdend.
Es fehlte an richtiger Körperbewegung. Man wurde steif und kühlte aus. Die Feuchtigkeit war mittlerweile durch die Kleidung bis ins Knochenmark vorgerückt. Aber leider konnte man im Erdbunker kein Öfchen halten, da der Rauch ihre Position verraten hätte. Selbst eine Zigarette war viel zu gewagt. Der Nikotinentzug nagte an den Nerven, aber die Angst vor einer russischen Mörsergranate war größer. Also still verhalten, keinen Grund dem Gegner zur Attacke liefern. Immer schön getarnt. Und vor allem Klappe halten. Nur im Flüsterton unterhalten. Es war im Wald so leise, dass jede laute Stimme die Position verriet. Immerhin saß der Russe nur 50 Meter weiter weg. Wenn ein Schuss fiel oder eine Granate explodierte zerrissen die Schallwellen die natürliche Stille. Man empfand jede Detonation als ungeheuerlich laut. Denn der Wald außen rum schien unschuldig leise, ohne Tiere und Vogelgezwitscher.

Der absolute Höhepunkt in diesem trostlosen Dasein war das Mittagsmahl.
„Ich geh mal Essen holen.“ Ensemann, der mit Abstand Älteste im Team, genoss das Zugeständnis, täglich das Essen hinter der Front abholen zu dürfen. Zusammen mit einem Kollegen sammelt er das Essgeschirr der sechs Mann ein und schlich sich durch den Seitenkanal nach hinten zum Bunker, dann raus aus der Deckung und ab durch die Büsche. Jetzt war man außerhalb der Gewehrschusslinie.
Endlich aufrichten!
Es knackte in den Gelenken.
Und endlich konnte man wieder normal laut reden. Vorne im Graben war nur Flüsterton angesagt.
Die Männer fummelten eine Zigarette aus der Jackentasche. Sie hielten an und gaben sich Feuer. Der erste Zug war herrlich.
Dampf ablassen.
Gemütlich trottete man auf dem Waldweg, den die Pioniere eigens zur Versorgung geschlagen hatten, zum Küchenmeister.

Fourier König stand schon mit seinen Kanistern voll mit Suppe und Malzkaffe bereit. Die Brotsäcke hingen den geduldigen Pferden auf dem Rücken.
Wunderbarer Smalltalk.
Zufrieden löffelten die Essensabholer ihre Ration, während die anderen Gefäße gefüllt wurden. Das warme Futter brachte die Lebensgeister zurück. Noch eine schöne Zigarette und dann zurück mit der Beute in den Schützengraben.


Essensabholer kehren mit den Henkelmännern und einer Kiste Munition zu ihrer Gruppe zurück. Das Foto stammt aus dem Rshewer Gebiet und zeigt den typischen Wald. Quelle: http://rshew-42.narod.ru/foto/f017.html

 

Nahangriffe der Russen und Deutschen
Vier Wochen schlichen nasskalt dahin.
Große Angriffe blieben aus, da der aufgeweichte Boden das Verschieben von Artilleriegeschützen unmöglich machte. Die Regenperiode zwang zum Waffenstillstand. Den Profis war klar, dass das Hieben und Stechen dann beginnen würde, sobald der Frost den Boden wieder befestigte.

Wintereinbruch am 15. November 42.
„Während wir bisher bei klarem Wetter einen strengen Frost hatten, setzte in der vergangenen Nacht mit Sturm der erste Schnee ein, so daß man jetzt erst das volle Gefühl hat, daß es so ist, wie es nun mal hier sein muß. Der Wind heult um den Kamin und die letzten Mäuse, die es bisher noch im Freien aushielten, drängten in unsere Unterstände herein, als ob es der natürlichste Anspruch im heiligen Russland wäre.“
*
So die Beschreibung von Meier-Welcker aus der 251.ID im Frontbogen von Rshew.

Jetzt begannen die ersten Angriffe.
Die deutschen wie russischen Offiziere befahlen der einen oder anderen Gruppe, ihr Gegenüber nachts zu besuchen und auszuradieren. Beispiel:
Eine deutsche Gruppe hatte sich Sehschlitze durch die Kante ihres Grabens gebohrt, um den Gegner im Auge zu behalten. Das war eine übliche Technik. Aber die Männer hatten ihre Gucklöcher nicht gut genug getarnt und die Russen schossen daraufhin mit der Panzerfaust auf die Sehschlitze. Herbe Verluste auf deutscher Seite.

Tagsüber wagte niemand anzugreifen. Aber in der Nacht und im Morgengrauen sah die Lage anders aus. In Stoßtrupps schlichen die Russen zu dem deutschen Graben gegenüber und zerlegten die Insassen. Eines Nachts räucherten sie einen Erdbunker mit dem Flammenwerfer aus. Etliche Verletzte. Diese Geschichte raste wie ein Lauffeuer durch alle Schützengräben. Panik verbreitete sich. Also aufpassen, sonst ist man Toast.

Oder folgende Geschichten aus dem Tagebuch der Division:
16.11.42:
"In der etwa 30 m vor die Stellung der 9. Kompanie G.R.280 vorgetriebenen Sappe dringen Russen ein, erschießen zwei von den 3 Mann Besatzung und nehmen den dritten als Gefangenen mit."

22.11.42
"Der Russe dringt in Stärke von 50 Mann, mit Schneehemden ausgestattet, überraschend in den Graben am rechten Flügel der 5. Kompanie G.R.279 ein und rollt ihn nach beiden Richtungen etwa 100 m auf. Im Gegenstoß wird er raus geworfen. 3.15 Uhr erfolgt erneuter Vorstoß von etwa 20 Mann auf den linken Flügel der Kompanie. Auch dort gelingt zunächst der Einbruch. Der Feind kann aber sofort rausgeworfen werden und lässt 9 Tote im Graben, 10 - 15 vor den Stellungen zurück. Die eigenen Verluste betragen 1 Toten, den die Russen völlig ausziehen, 8 Verwundete und 1 Vermissten. Außerdem erbeutete der Feind 1 Maschinengewehr.
Der Russe treibt also mit allen Mitteln gewaltsame Aufklärung, und wenn seine Verluste  dabei auch recht erheblich sind, so erreicht er sein Ziel, Gefangene einzubringen leider doch. Das Fehlen eines durchgehenden Drahthindernisses vor der HKL erlaubt ihm das. Das Hindernis muss also auf alle Fälle verstärkt werden."

Es verging kein Tag, an dem nicht ein deutscher oder russischer Kleinangriff gefahren wurde. Dabei ging die Initiative nie von den Soldaten im Schützengraben aus. Die waren dazu weder motiviert noch befugt. Die Soldaten vorne im Graben würden niemals einen Angriff aus Eigeninitiative  hinlegen. Jeder hatte die berechtigte Angst, nicht mehr lebend zurückzukehren. Der Impuls ging ausschließlich von Kommandoebene aus. Die Offiziere erteilten den Befehl zum Angriff.
 

* 15.11.42. Meier-Welcker ist Generalstabsoffizier in der 251. ID westlich von Rshew. In: Meier-Welcker, Hans: Aufzeichnungen eines Generalstabsoffizier 1939 - 1942. Hrsg. Militärgeschichtliches Forschungsamt. Freiburg: Verlag Rombach. S. 179.

 

Stoßtruppunternehmen "Wien"
Nach welchen Kriterien entschieden die deutschen Offiziere, welche Gruppe einen Stoßangriff machen sollte? Jede Kompanie bestand aus 12 Gruppen. Man wählte vorrangig jene Gruppenführer aus, die auf der Liste für Offiziersanwärter standen. Damit kam Clemens ins Gespräch. Ein Melder aus dem Kompaniestab suchte ihn vorne im Graben auf, um ihm mitzuteilen, dass der Chef ihn sprechen wollte. Also raus aus dem Graben und zurück in den Gefechtsstand des Kompanieführers.
„Ihre Gruppe wird den Russen angreifen!“ erklärte er ihm.
Fragend schaute Clemens ihn an.
„Der Bataillonskommandeur will Bewegung an der Hauptkampflinie sehen; er will Erfolge melden.“
„Der hat gut reden“, dachte Clemens. „Sein Zelt liegt außerhalb der russischen Schussweite. Da lässt sich gut Wein trinken und den Krieg planen.“
„Sie stehen auf der Liste der Offiziersanwärter“, fuhr Regner fort. „Sie stellen sich eine Gruppe von Männern zusammen und planen den Angriff. Ich hab schon den Namen für das Unternehmen: Stoßtruppunternehmen "Wien"!
Nun hatte sich der Österreicher schon sein eigenes Denkmal gesetzt, ob für Erfolg oder Niederlage würde sich später herausstellen.

Als Clemens den Unterstand verließ, hielt ihn Regner mit den Worten zurück:
„Sie greifen erst an, wenn der Frost den Sumpf begehbar gemacht hat und das Grundwasser in den Gräben gefroren ist. Sie haben also noch einige Tage Zeit, um den Angriff zu planen.“
Das machte Sinn, denn das Niemandland vor den Schützengräben war regennass durchgeweicht. Zwar polsterten Grasstauden den blanken Boden ab, aber die Männer würden dennoch mit den Stiefeln einsinken. Und das würde sie langsam und schwerfällig in der Bewegung machen. Viel zu gefährlich für einen Nahangriff, der auf schnelles Rennen und ungehinderte Beweglichkeit aufbaute.
Der Frost würde also den schwammigen  Boden verhärten und eine bessere Rennstrecke garantieren.

Nachdenklich stiefelte Clemens zu seiner Stellung zurück. Der vereinzelte Angriff einer Gruppe würde für die Hauptkampflinie keine Veränderung bringen. Für seine Gruppe jedoch war dieser Angriff sehr gefährlich und könnte vielen das Leben kosten. Den Befehl verweigern konnte er nicht. Wie ihn am besten umsetzen?!

Er zurück in den Graben. Besprechung mit seiner Gruppe in der Höhle, dem Erdbunker.
„Jemand aus dem Stab will sich auf unsere Kosten qualifizieren. Wir müssen einen Stoßangriff machen. Irgendwann in den nächsten Tagen, wenn Dauerfrost eingetreten ist.“
Keiner zeigte sich begeistert.
„Versucht in den nächsten Tagen so gut wie es geht zu beobachten, wo die Erdbunker der Russen liegen und wie ihre Gräben verlaufen. –Ich werde niemanden zwingen, an diesem Angriff teilzunehmen. Überlegt euch, wer freiwillig mitmachen will.“
Clemens wollte jene ausscheiden, die zu viel Angst hatten; denn sollte einer seine Aufgabe nicht erfüllen, weil er zurückflüchtete, dann hätte er mehr Schaden, als wenn er diesen Soldaten gar nicht einplante.
Allerdings war das Angebot mit der Freiwilligkeit fadenscheinig. Denn sollte sich niemand melden, müsste Clemens geeignete Leute rauspicken und ihnen die Teilnahme befehlen.

Nun ging er bei der Nachbargruppe werben.
„Der Angriff ist von oben verordnet. Nur wenn wir ein gutes Team sind, werden wir erfolgreich sein. Überlegt, wer mitmachen will. Lagebesprechung später. Bis dahin Eindrücke sammeln von der feindlichen Linie.“
Die Anspannung wich aus den Gesichtern. Jeder sollte genug Zeit für seine Entscheidung finden.

Im ersten Dämmerlicht des nächsten Morgens schlich Clemens durch den Graben. Die Erde war gefroren. Für wenige Sekunden stellte er sich abrupt im Graben auf und fotografierte im Geiste die Landschaft vor sich: Links mehrere Erdbunker, hier der Grabenverlauf mit Zubringerkanal, rechts ebenfalls ein Bunker. Das gab eine ungefähre Vorstellung über die Anzahl der beherbergten Soldaten.
Schnell duckte er sich wieder ins Erdreich zurück und kroch an eine andere Stelle, damit ihn nicht eine Granate an der alten Position treffen konnte.
Es blieb ruhig.
Er atmete auf.
Clemens hockte sich auf ein Holzstück und zeichnete das Gesehene auf ein Blatt Papier.

Im Laufe der nächsten Tage erfuhr er manch anderes wichtige Detail von seinen Kameraden und verfeinerte den Lageplan der russischen Stellung.
Zu seiner Freude meldeten sich fast alle Soldaten aus dem Zug als Freiwillige. Sie vertrauten ihm, da er in der Vergangenheit kaum Verluste verursacht hatte. Die Männer fühlten sich an seiner Seite sicher.

 

Planen des Angriffs
Es ist der 6. November 1942.
Der Österreicher atmete erleichtert auf. Er war selbst kein geborener Kriegsmann. Er hatte niemals als Jäger und Nomade in der wilden Natur überlebt und seine Instinkte waren dafür nicht trainiert. Es ging ihm da wie den meisten Soldaten. Nun hatte er von oben, also von dem ehrgeizigen Divisionskommandeur Röhricht, der ein blutiger Neuling an der russischen Front war, das Einsatzkommando erhalten. Gott sei Dank brauchte der Kompaniechef selbst nicht mitzumachen. Beratung war alles, was er tun musste. Aber war er ein guter Berater? Nicht wirklich. Aber er verwandelte seine mangelnde „Frontschweinerfahrung“ in eine Stärke, indem er der Mannschaft alle Freiheit zur Planung des Unternehmens gab.

„Fast der ganze Zug macht mit“, erklärte Clemens. Ein Zug bestand aus vier Gruppen. 17 Männer hatten sich freiwillig zum Angriff gemeldet. Wie gesagt, war „freiwillig“ nicht das richtige Wort. Denn, wenn sich keiner gemeldet hätte, dann wären sie dazu gezwungen worden. Wenn sie jedoch proaktiv handelten, dann konnten sie die Angriffsstrategie mitplanen, was ihre Überlebenschance erhöhte.

Mit gezücktem Bleistift wartete der Kompaniechef auf die Namen der Teilnehmer. Clemens faltete ein verbrauchtes Blatt Papier auseinander und las ihm die Namen vor. In sauberer Lehrerhandschrift und mit radierresistentem Kopierstift notierte Regner die Kandidaten in seinen „Dienstplan“.
„Sie erhalten Feuerschutz von der Artillerie“, meinte der Kompaniechef. „Der Artillerie-Hauptmann wird mit Ihnen vorne im Graben sitzen und per Telefon die Geschütze steuern.“
Das war Regners ganzer Beitrag.

Langsam streunte Clemens durch den Birkenwald zurück zum Schützengraben. Die letzten Tage hatte er viel über die Angriffsweise nachgedacht. So viele Möglichkeiten gab es nicht.
Er trommelte das Angriffsteam zusammen, um hinter der Schusslinie mit ihnen das Unternehmen zu besprechen. Sie hatten in den letzten Tagen alle ihre Beobachtungen über die gegnerische Front in den Lageplan eingetragen. Man glaubte einigermaßen zu wissen, was nach den 50 Metern Durststrecke sich auftun würde: Gräben, Bunker, hier, dort. Wie also die Russen passiv halten, während man aus der eigenen Deckung springt und über den Acker rast?
„Die Artillerie wird die russischen Gräben mit Granaten eindecken. Das gibt uns die nötige Deckung zum Angreifen. Die erste Gruppe rennt zu den linken Unterständen und wirft Handgranaten rein. Weiterstürmen zum Graben.
Die zweite Gruppe stürmt unmittelbar auf den Graben zu.
Die dritte Gruppe rennt zum rechten Bunker und wirft ebenfalls Handgranaten rein.
Ziel des Angriffes ist zu töten und um Gefangene zu machen.“
„Bleiben wir in den feindlichen Gräben und verteidigen sie?“, fragte ein Soldat.
 „Auf keinen Fall! Jeder bekommt seine genaue Aufgabe. Wenn die erfüllt ist, rennt er zurück in den eigenen Schützengraben. Wir greifen kurz an und sofort wieder zurück!“
Den russischen Graben zu verteidigen wäre Selbstmord. Sie wären von ihrer Armee abgeschnitten und keiner würde ihnen helfen.
Angriff und zurück lautete die Devise!

Am Abend vor dem geplanten Stoßtruppunternehmen schlich Gefreiter Goedecker zu Clemens. Leise zog er ihn in sein Vertrauen:
„Ich möchte doch nicht bei dem Angriff mitmachen. Ich habe schlichtweg Angst!“
Goedecker sollte 1 Kilo Sprengstoff in den Bunker der Russen werfen.
„Ist in Ordnung. Sie bleiben als Posten in unserem Graben.“
Erleichtert begrüßte der Mann die Entscheidung. Gefreiter Banze erklärte sich bereit, den Auftrag von Goedecker zu übernehmen.

Liste der Teilnehmer am Stoßtrupp "Wien", notiert von Kompaniechef Regner am 6. November 1942.

 

 

   
         
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